Bevor wir in Richtung Bhola aufbrechen, will ich noch über unsere ersten 2 Tage in Dhaka berichten.
Die Stadt ist laut, hektisch und überall wuseln Menschen, Rikschas und Autos mehrspurig ineinander verschachtelt, hupend wild durcheinander. Jeder bahnt sich seinen Weg durch den Großstadtdschungel. Es ist schwül, der westliche Einfluß trifft hart auf die Armut des Landes.
Wir sind hier, um ein paar Besorgungen für die Bholas Children School zu erledigen und meist per Minibus unterwegs. Ali, der Leiter der Schule in Bhola, fährt uns. Es dauert ewig von A nach B aber es gibt genügend zu beobachten, langweilig ist das also nicht. Zu unseren Einkäufen aber später mehr.
Untergebracht sind wir im *****Hotel Sarina. Bruna hat das aus Erfahrung extra für die ersten 2 Nächte ausgesucht, damit wir uns nach der langen Anreise und den hektischen Tagen in der Stadt uns erst einmal akklimatisieren.
Mittwoch:
Wir fahren zum Geldwechseln, zu einem Elektrogeschäft für Kücheneinrichtung, auf einen Markt und in ein Kaufhaus für Computer & Co, spazieren zwischendrin ein paar Straßenzüge rund ums Hotel. Immer wieder stecken wir im Stau fest. Kinder, Behinderte und alte Menschen kommen dann an unsere Autofenster und Betteln. Andere bieten uns Karten, Bücher, DVDs an. Man lernt überraschend schnell, das zu ignorieren.
Am Nachmittag lernen wir Ali's Sohn Sumon kennen. Er ist 29 Jahre, hat ein MBA-Studium und arbeitet im Marketing einer Klinik in Dhaka. Er begleitet uns zum Computerstore, hilft uns beim aussuchen und verhandelt sehr gut. Ein sehr angenehmer und netter junger Mann.
Mittags vor der Geldwechselstube hört uns ein Einheimischer Deutsch reden und spricht uns an: Mahmood kennt die Schweiz und Liechtenstein. Er hat in den 80ern dort studiert, war auch in Deutschland und ist nun als Agent für Textilproduzenten in Dhaka selbstständig. Wir verabreden uns mit ihm zum Abendessen im Hotel. Danach ruft er seinen Fahrer und bringt uns zu einer Mövenpick-Eisdiele;-)
Donnerstag:
Ali holt uns nach dem Frühstück mit dem Minibus ab und wir fahren zu einem Matratzengeschäft auf einem Markt. Direkt neben uns werden Hühner geschlachtet, Teigtaschen frisch gemacht und im Markt riecht es alle paar Meter anders. Mal fein nach Gewürzen, mal streng nach Müll. Es geht weiter, nochmal in das Elektrogeschäft von gestern. Wir holen dort die gekauften Geräte ab und bekommen, wie es sich beim Einkaufen gehört, einen Tee offeriert. Alles dauert hier sehr lange. Das Aussuchen, das Vergleichen, Verhandeln und das Bezahlen. Es reden immer mehrere Verkäufer gleichzeitig mit. Aber auch daran gewöhnt man sich sehr schnell. Bevor wir zur Siesta ins Hotel zurückkehren gehen wir noch bei Aarong vorbei, einer bengalischen Fairtrade-Warenhauskette. Vor dem Abendessen fahren Sumon, Ali, Bruna und ich nochmals in den Computerstore, um dort die gekauften Geräte abzuholen.
Zum Abendessen sind wir wieder mit Mahmood verabredet. Er zeigt uns ein Bengalisches Restaurant und bringt einen Bekannten mit: Karl aus Deutschland berät und leitet interimsmäßig Textilfabriken in der Restrukturierung. Er war auch schon für Benger in Vorarlberg tätig. Die Welt ist sooo klein.
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